4 Ihre erste Google-Ads-Kampagne
4.1 Bevor Sie beginnen ………………………………………………………………………………………………. 231
4.1.1 Bereit für Google Ads? Die finale Checkliste ……………………………………….. 231
4.1.2 Namenskonventionen ……………………………………………………………………………. 233
4.2 Grundlegende Einstellungen – Landing Page nicht vergessen………… 235
4.2.1 Kampagnenziele ……………………………………………………………………………………… 238
4.2.2 Kampagnentypen ……………………………………………………………………………………. 240
4.2.3 Conversion-Zielvorhaben (Conversions) ………………………………………………. 243
4.2.4 Gebote (Gebotsstrategie) ………………………………………………………………………. 245
4.2.5 Werbenetzwerk (Suchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk
hinzufügen) ……………………………………………………………………………………………… 246
4.2.6 Standorte ………………………………………………………………………………………………….. 249
4.2.7 Sprachen …………………………………………………………………………………………………… 257
4.2.8 Zielgruppen ……………………………………………………………………………………………… 259
4.2.9 Weitgehend passende Keywords ………………………………………………………….. 259
4.2.10 Start- und Enddatum ……………………………………………………………………………… 260
4.2.11 Werbezeitplaner ……………………………………………………………………………………… 260
4.2.12 Anzeigenrotation …………………………………………………………………………………….. 261
4.2.13 Weitere Einstellungen ……………………………………………………………………………. 261
4.3 Anzeigengruppen und Anzeigen ………………………………………………………………………. 262
4.3.1 Kampagnen und Anzeigengruppen strukturieren ……………………………… 262
4.3.2 Der Anzeigengruppenname …………………………………………………………………… 267
4.3.3 Keywords ………………………………………………………………………………………………….. 268
4.3.4 Anzeigentexte …………………………………………………………………………………………. 269
4.3.5 Anzeigen-Assets ………………………………………………………………………………………. 278
4.4 Budget …………………………………………………………………………………………………………………….. 280
4.5 Überprüfung ………………………………………………………………………………………………………….. 282
4.6 Keywords ………………………………………………………………………………………………………………… 284
4.6.1 Keyword-Recherche ………………………………………………………………………………… 284
4.6.2 Die Keyword-Optionen …………………………………………………………………………… 286
4.6.3 Auszuschließende Keywords in der Praxis …………………………………………… 294
4.6.4 Keyword-Eingabe in der Praxis ……………………………………………………………… 301
4.7 Fazit …………………………………………………………………………………………………………………………. 303
4.8 Checkliste ……………………………………………………………………………………………………………….. 305
19 Die größten Google-Ads-Fehler
19.1 Falsche Keyword-Vorgaben – Ego-Keywords ………………………………………………… 861
19.2 Die Werbeausrichtung ist zu allgemein ………………………………………………………….. 863
19.2.1 Zu allgemeine Keywords ………………………………………………………………………… 863
19.2.2 Zu große Zielregion …………………………………………………………………………………. 864
19.2.3 Zu breite zeitliche Ausrichtung …………………………………………………………… 865
19.2.4 Zu viele Keywords in einer Anzeigengruppe ……………………………………… 865
19.3 Messen vergessen – Google Ads im Blindflug ……………………………………………… 866
19.4 Das Ziel aus den Augen verloren? …………………………………………………………………… 868
19.5 Falsche Zielvorgaben: Besucher statt Kunden …………………………………………….. 869
19.6 Thema verfehlt – die Wahl der richtigen Landing page …………………………….. 869
19.7 Ist Design wichtiger als Usability? ………………………………………………………………….. 870
19.8 Fazit ……………………………………………………………………………………………………………………….. 871
19.9 Checkliste zur Fehlervermeidung in Google Ads …………………………………………. 872
Tag 3: Keyword-Recherche, Responsive Suchanzeigen & Landingpages
Suchkampagne erstellen
Die fünf Bausteine einer Kampagne
- Unternehmensinformationen – Unternehmensname und Website-URL eingeben.
- Kampagnenziel & Kampagnentyp – primäres Ziel festlegen (Leads, Verkäufe, Reichweite); Kampagnentyp „Suchnetzwerk“ wählen (siehe Tag 2 — passend für konkrete Kaufabsicht).
- Standorte, Zielgruppen & Budget – Standort- und Sprachoptionen präzise einstellen, um Streuverluste zu vermeiden; Zielgruppensegmente, Tagesbudget und Gebotsstrategie festlegen (auf Basis der Tag-2-Planung).
- Keywords & Anzeigen-Assets – Keywords basierend auf der tatsächlichen Suchintention hinterlegen; flexible Anzeigenbausteine (Titel, Textzeilen, Bilder, Logos, Sitelinks) ergänzen.
- Überprüfung & Veröffentlichung – Abrechnungsdaten prüfen, auszuschließende Keywords hinterlegen, alle Einstellungen ein letztes Mal kontrollieren und die Kampagne starten.
Reihenfolge der Schritte zur Einrichtung der ersten Suchanzeige
- Im Google-Ads-Konto anmelden.
- Im Seitenmenü links auf das Pluszeichen klicken, um eine neue Kampagne zu erstellen.
- Zielvorhaben auswählen, Option „Suchanzeige“ wählen, Kampagnendetails eingeben.
- Einstellungen überprüfen und redaktionelle Richtlinien sicherstellen.
- Auf „Kampagne veröffentlichen“ klicken.
Alternative: KI-gestützte Suchanzeigen
- Kampagne starten – Ziel festlegen (z. B. Websitezugriffe oder Leads).
- Landingpage angeben – die Google-KI liest die Inhalte aus und schlägt relevante Suchbegriffe vor (praktisch, sobald die eigene Landingpage weiter unten im heutigen Tag erstellt wurde).
- KI-Vorschläge nutzen – Titel und Textbausteine übernehmen, anpassen oder neu generieren lassen.
- Smart Bidding aktivieren – automatisierte Gebotsstrategien.
- AI Max/Automatisierung optimieren – für längere, natürlichsprachliche Suchanfragen.
KI-basierte Suchanzeigen anpassen: https://support.google.com/google-ads/answer/12159014?hl=de
Anzeigengruppen und Keywords eintragen
Auf Basis der Tag-2-Struktur (z. B. „Laufschuhe“, „Fitnessbekleidung“) werden jetzt die tatsächlichen Keywords je Anzeigengruppe eingetragen.
Keyword-Optionen (Match-Types) anwenden
(mehr zum Thema Keywoerter Tag 4)
| Match-Type | Zeichen | Reichweite | Beispiel | Löst aus bei |
|---|---|---|---|---|
| Weitgehend passend (Broad) | ohne | am breitesten | Schuhe kaufen | „rote Schuhe“, „Schuhe online“, ähnliche Themen |
| Passende Wortgruppe (Phrase) | „…“ | mittel | „Gartengestaltung und -pflege“ | Suchanfragen mit dieser Wortgruppe |
| Genau passend (Exact) | […] | am engsten | [Laufschuhe kaufen] | (nahezu) identische Suchanfragen |
| Auszuschließend (Negative) | – | schließt aus | günstig, billig | verhindert Anzeigenschaltung |
Keywort-Match-Types für eine Bio-Wein-Kampagne bei Google Ads
Exakte Übereinstimmung (Exact Match):
- organischer wein
- naturwein kaufen
- bio weißwein
- bio rotwein
Wortgruppen-Übereinstimmung (Phrase Match):
- bio wein online bestellen
- naturwein aus deutschland
- bio wein angebot
- veganer bio wein
- bio wein versand
Broad Match:
- naturweine bestellen
- organische weine
- weinhandel bio
- nachhaltige weingüter
Negative Keywörter:
- günstig
- billig
- discounter
Empfehlung: In der Startphase mit Broad Match erste Erfahrungen sammeln, dann auf Basis der Suchbegriffs-Berichte gezielt auf Phrase/Exact Match wechseln. Maximal 5 Keywords pro Anzeigengruppe – bei mehr Bedarf lieber eine neue, thematisch enge Anzeigengruppe anlegen.
8-Schritte-Leitfaden zur Keyword-Auswahl
Intent-Fragen klären: Was? (Produkt) / Warum? (Info/Problem/Kaufabsicht) / Wo? (lokal) / Für wen? (Zielgruppe)
- Informativ – der Nutzer will etwas verstehen („wie oft sollte man Laufschuhe wechseln“)
- Navigatorisch – der Nutzer sucht eine bestimmte Seite/Marke („Asics Gel Nimbus Store“)
- Kommerziell (Investigation) – der Nutzer vergleicht, bevor er kauft („beste Laufschuhe für Plattfüße Test“)
- Transaktional – der Nutzer will handeln/kaufen („Laufschuhe Herren günstig kaufen“)
- Verstehen, was ein gutes Keyword ausmacht (spezifisch, relevant).
- Sich in die Kundenperspektive versetzen.
- Spezifische, gezielte Keywords verwenden – keine zu allgemeinen Begriffe.
- Varianten auflisten (Synonyme, Singular/Plural, Rechtschreibfehler).
- Den Keyword-Planer für weitere Ideen nutzen.
- Sprach- und Standort-Targeting korrekt abstimmen.
- Match-Type-Logik bewusst einsetzen.
- Keywords, Anzeigentext und Landingpage inhaltlich verknüpfen.
Google Keyword Planner: https://business.google.com/de/ad-tools/keyword-planner
Google-Anzeigen aus Google-SERPs ableiten
Eigene Ziel-Keywords selbst bei Google eingeben, organische und bezahlte Ergebnisse ansehen – liefert Hinweise, welche Formulierungen und Angebote bereits gut funktionieren. Ergänzend: A/B-Tests für Seitentitel und Anzeigenvarianten in Analytics einrichten.
Anzeigentexte schreiben (RSA)
Aufbau einer Responsiven Suchanzeige (RSA)
Bis zu 15 Anzeigentitel und 4 Beschreibungen; Google kombiniert und testet automatisch, welche Kombination am besten performt.
- Anzeigenrelevanz-Indikatoren zeigen an, wie gut Texte zu den Keywords passen.
- Anheftfunktionen fixieren bestimmte Titel/Beschreibungen an eine feste Position.
- Dynamische Keyword-Einfügung (DKI) fügt automatisch das exakte Suchwort in den Titel ein.
- Anzeigenerweiterungen – Sitelinks, Zusatzinformationen, strukturierte Snippets – für mehr Platz und Mehrwert.
Was gute Anzeigentexte ausmacht
Präzise, zielgerichtet, überzeugend; USP klar benennen; Kaufabsicht ansprechen (Preise/Angebote); klare CTA („Jetzt bestellen“, „Termin vereinbaren“); Keywords aus der Suchanfrage aufgreifen; exakte Abstimmung mit der Landingpage – das Versprechen der Anzeige muss die Landingpage einlösen (siehe nächster Block).
Anwendungsbeispiel: Sportbekleidung
Anzeigengruppe „Laufschuhe“:
- Hochwertige Laufschuhe – für jeden Lauftyp das passende Modell – aktuell mit Rabatt auf ausgewählte Modelle
- Große Auswahl an Top-Marken – kostenloser Versand ab einem bestimmten Bestellwert
Anzeigengruppe „Fitnessbekleidung“:
- Stylische, atmungsaktive Fitness-Outfits – neue Kollektion entdecken
- Funktionale Sportbekleidung für jedes Training – Rabatt für Neukunden
Nach demselben Muster werden „Fitnessgeräte“ und „Yogazubehör“ mit eigenen USPs formuliert – jede Anzeigengruppe bekommt eigene, spezifisch zugeschnittene Texte.
Landing Page erstellen
Warum die Landing Page heute mitgebaut wird
Die beste Anzeige verpufft, wenn die verlinkte Seite das Versprechen nicht einlöst – Anzeigenqualität und Landingpage gehören untrennbar zusammen (siehe Qualitätsfaktor, Tag 2). Deshalb wird heute nicht nur über Landingpages gesprochen, sondern tatsächlich eine gebaut, die zur eigenen Suchkampagne passt.
Landing Page vs. Content-Hub-/Organic-Seite
- Landing Page: zugeschnitten auf eine konkrete Handlungsabsicht („Ich möchte etwas tun“) – z. B. eine dedizierte Seite für eine Kfz-Versicherung mit Anzeigenanbindung.
- Content-Hub-/Organic-Seite: zugeschnitten auf Informationsbedürfnis („Ich möchte etwas wissen“) – informativer, weniger verkaufsorientiert, meist über SEO gefunden.
Für die heutige Übung wird ausschließlich der erste Typ gebaut: eine Conversion-orientierte Landingpage.
Aufbau einer Landing Page – Schritt für Schritt
- Überschrift = Anzeigenversprechen. Die erste Zeile der Landingpage greift exakt das Versprechen aus dem Anzeigentitel auf (z. B. Anzeige verspricht „20 % Rabatt auf Laufschuhe“ → Überschrift bestätigt das sofort).
- Werteposition (Value Proposition) formulieren. In wenigen Sekunden muss klar sein: Was biete ich, wem, und warum lohnt es sich? Eine klare Werteposition sorgt für schnelles Verständnis, erhöhte Relevanz, bessere Conversion-Rate, stärkere Differenzierung von der Konkurrenz, gesteigerte Glaubwürdigkeit und eine fokussierte, ablenkungsfreie Seite.
- Nutzenargumente/USP-Liste ergänzen. 3–4 kurze, konkrete Vorteile (nicht nur Produktmerkmale, sondern der Nutzen für den Kunden).
- Vertrauenssignale einbauen. Kundenbewertungen, Gütesiegel, Referenzen, klare Kontaktmöglichkeiten.
- Klare Handlungsaufforderung (CTA) platzieren. Ein einziger, eindeutiger nächster Schritt – nicht mehrere konkurrierende Buttons.
- Technische Basics sicherstellen. Kurze Ladezeit, vollständige Mobile-Optimierung (Großteil der Suchanfragen ist mobil).
Die drei Faktoren der Anzeigenqualität – Erinnerung
- Anzeigenrelevanz – passt die Anzeige zur Suchanfrage?
- Voraussichtliche Klickrate – wie wahrscheinlich ist ein Klick?
- Benutzerfreundlichkeit der Landingpage – Ladezeit, Mobile-Tauglichkeit, thematische Relevanz.
Übungsaufgabe: eigene Landingpage entwerfen
Jede Gruppe erstellt einen Landingpage-Entwurf (Wireframe, Mockup oder tatsächliche Seite, je nach verfügbaren Mitteln) für die an Tag 2 geplante und heute gebaute Suchkampagne:
- Überschrift greift das Anzeigenversprechen auf
- Werteposition in 1–2 Sätzen formuliert
- 3–4 Nutzenargumente sichtbar
- Mindestens ein Vertrauenssignal enthalten
- Eine einzige, klare CTA
- Mobile-Darstellung mitgedacht
Übung – Vollständige Suchkampagne & Landingpage zusammenführen
Aufgabe 1 – Keyword-Plan: Im Keyword-Planer werden 20 Suchbegriffe recherchiert und nach Match-Type kategorisiert.
Aufgabe 2 – Negativliste: Begriffe sammeln, die thematisch anklingen, aber keine Kaufabsicht oder falsche Zielgruppe signalisieren.
Aufgabe 3 – RSA-Erstellung: Zwei vollständige RSAs verfassen, jeweils mit mindestens 4 Erweiterungen.
Aufgabe 4 – Kampagne und Landingpage verbinden: Prüfen, ob Anzeigentitel, Anzeigenbeschreibung und Landingpage-Überschrift/-Werteposition inhaltlich exakt zusammenpassen (keine Themenlücke zwischen Klick und Zielseite).
Aufgabe 5 – Abschlusskontrolle anhand der Fehlervermeidungs-Checkliste:
- Keine Ego-Keywords (intern gebräuchlich, aber niemand googelt sie)
- Keywords nicht zu allgemein
- Zielregion nicht zu groß
- Zeitliche Ausrichtung nicht zu breit
- Nicht zu viele Keywords je Anzeigengruppe (max. 5)
- Messung/Tracking mitgedacht, nicht „im Blindflug“ gestartet
- Ursprüngliches Ziel nicht aus den Augen verloren
- Zielvorgabe ist „Kunden“, nicht nur „Besucher“
- Landingpage passt inhaltlich zur Anzeige (kein Themenverfehlen)
- Landingpage-Design priorisiert Usability, nicht nur Optik
Selbstständige Praxis
Aufgabe: Verfassen von 3 vollständigen Responsiven Suchanzeigen für die eigene, heute erstellte Landingpage – und Feinschliff der Landingpage selbst.
Vorgaben:
- Anzeigentitel enthalten die wichtigsten High-Volume-Keywords aus der eigenen Recherche.
- Botschaft der Anzeigen ist konsistent mit der eigenen Landingpage.
- Jede Anzeige erhält mindestens 4 Erweiterungen.
- Landingpage wird anhand der obigen Checkliste noch einmal überarbeitet.
Referenzmaterial Tag 3
- Suchkampagnen erstellen: https://support.google.com/google-ads/answer/10852657
- KI-basierte Suchanzeigen anpassen: https://support.google.com/google-ads/answer/12159014
- Weitgehend passende Keywords: https://support.google.com/google-ads/answer/7478529
- Keyword-Planer: https://ads.google.com/intl/de_de/home/tools/keyword-planner